Allgemein – Jahresberichte

2004

Neben der routinemäßigen Erhebung der Blütenzahlen als Basismonitoring in drei Gebieten mit Schwerpunkt in Arzl ist folgendes zu berichten: Zur Bewusstseinsbildung mit verschiedenen Institutionen waren zahlreiche Begehungen mit Firmen, Studentengruppen (Universität Wien, Universität Innsbruck, Universität Marburg), der Bergwacht, dem Alpenzoo, der Volkshochschule, IKB (Innsbrucker Kommunalbetriebe), ARGE Müll, dem Verein der Freunde des Alpenzoos, der AGES, der Universität Innsbruck und den Studierenden der Akademie für Sozialarbeit Exkursionen abzuhalten. Im Vordergrund steht die Vermittlung von heimischer Artenvielfalt und der Wichtigkeit von Naturschutz für die Allgemeinheit.

Zudem ist über eine Begehung mit dem Umweltausschuss der Marktgemeinde Rum zu berichten. Ein eventueller Einstieg in das Projekt wurde erwogen. Im Herbst dieses Jahres hielt ich einen Vortrag über das Projekt mit dem Titel "Innsbrucker Küchenschellen - ein Juwel vor der Haustüre" an der Volkshochschule Innsbruck. Im November schließlich hielt ich den Vortrag in abgeänderter Form im Zuge des Seminars des Institutes für Botanik an der Universität Innsbruck.

2005

Die doch beachtlichen Zuwächse in der Blüte und damit die ersten Erfolge der Schutzgebietsbetreuung und des Artenschutzprogramms wurden im Rahmen der Wettervorhersage mit Erhard Berger in TIROL HEUTE vorgestellt, eine kurze Pressemitteilung durch die Abteilung Umwelt am 21.4. durchgeführt (Tiroler Landeszeitung, Tiroler Tageszeitung sowie als externer Artikel in den Steirischen Nachrichten).

Am 5.6.2005 hielt ich einen Multimediavortrag im Rahmen des Weltumwelttages (Thema: Umwelt findet Stadt) im Plenarsaal des neuen Rathauses in Innsbruck. Diese Veranstaltung wurde vom Referat Umwelt der Stadt Innsbruck (Ing. Johannes Schiener) organisiert und im TIP angekündigt. Zu den Vorträgen um 14:00 und 18:00 Uhr kamen jeweils 10-15 Zuhörer. Für mich sehr erfreulich die rege Diskussion im Anschluss an den Vortrag, die mir immer wieder neue und interessante Anregungen für meine Arbeit bietet.

Zu erwähnen ist auch eine Initiative des Lebensministeriums, wo ein Best Practice Handbuch "Biologische Vielfalt" (eine Sammlung von lokalen Initiativen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt in Österreich) zum Thema konstruktiver Zusammenarbeit auf verschiedenen kommunalen Ebenen herausgegeben wird. Unser Projekt soll beispielgebend für das konstruktive Kooperation von Land und Stadt im Bereich Umweltschutz / Naturschutz sein.

2006

Erfreulich in diesem Zusammenhang ist, dass nicht nur aktiv Bewusstseinsbildung stattfindet, sondern dass von einigen Medien, aber auch Vereine wie die Bergwacht die Innsbrucker Küchenschelle inzwischen mit regelmäßig in ihr Frühjahresprogramm aufgenommen werden (Presse). Da ich letztes Jahr am CIPRA - Wettbewerb in der Kategorie Naturschutzgebiete teilnahm, ist dieses Projekt auf deren Internetseite einsehbar, Preise wurden an wichtiger Projekte wie z.B. "die Helle Not" vergeben. Ein Eintrag bei WIKIPEDIA verweist nun direkt auf meine Seite, zahlreiche andere Internetlexika folgten diesem Beispiel.

Der Naturschutzbund Österreich hat die Innsbrucker Küchenschelle in seinen Jahresberichtsfolder aufgenommen. Die Schutzgebietsfolder des Landes Tirol wurden heuer überarbeitet. Hier konnte ich inhaltlich und in geringerem Ausmaß gestalterisch Einfluss auf das künftige Erscheinungsbild nehmen.

Ausgesprochen erfreulich hingegen ist die Tatsache, dass das Bundesumweltamt (Dr. Franz Essl) ähnlich der roten Liste der gefährdeten Biotoptypen eine rote Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Österreichs herausgibt. Daten meiner Homepage wurden exzerpiert, ich konnte mit Verbreitungskarten und Zusatzinformationen qualifizierte Fragestellungen klären.

Erschienen ist inzwischen das Herbstheft 4/5 des Österreichischen Naturschutzbundes (Natur&Land, 92. Jhg.), das einen kurzen Artikel mit Bildern von mir und der Internetadresse der Küchenschelle beinhaltet. Außerdem verfasste ich im Sommer einen Steckbrief der Innsbrucker Küchenschelle mit dazugehörenden Bildern. Dieser soll auf www.naturbeobachtung.at erscheinen.

Pachtvertrag Naturschutzgebiet Arzl: Ebenfalls im Frühjahr 2006 fand eine gemeinsame Besprechung mit der Naturschutzabteilung des Landes Tirol (Dr. Kurt Kapeller und Mag. Monika Jäger) sowie mit Ing. Johannes Schiener statt, die die Zukunft des Naturschutzgebietes in Arzl zum Thema hatte. Die Stadt Innsbruck erklärte sich daraufhin bereit, einen unbefristeten Pachtvertrag mit der Pfarre auszuhandeln, das Land Tirol wird sich finanziell beteiligen.

2007

Am 17.3.2007 im Rahmen einer Schulung der Bergwacht, besuchte ich mit Männern der Bezirksstelle Innsbruck-Stadt die Flächen in Arzl, Rum und Thaur. Anschließend hielt ich eine kleinen Vortrag mit anschließender Bilderschau in der Bezirksstelle in Innsbruck.

Wie mit Michael (Mag. Reischer) vereinbart, nahm ich am 29.3. an einer Veranstaltung (Workshop) am Magdalensberg in Kärnten teil. Ziel war und ist es, eine bundesländerübergreifende Plattform zu gründen, um österreichweite Standards zum Schutz von Magerrasen mit der Leitart Küchenschelle zu erarbeiten. Das Interesse der einzelnen Bundesländer war durchaus unterschiedlich. So haben Ober- und Niederösterreich mit enormen Flächenverlusten der Halbtrockenrasen durch Verbuschung und Bewaldung zu kämpfen. In Kärnten gibt es ein landesweites Küchenschellenmonitoring.

Am 9.7.2007 im Rahmen des Sommerfrische von Radio Tirol im Alpenzoo konnte ich ein kurzes Interview über die Innsbrucker Küchenschelle geben.

Für dieses Schuljahr ist eine Jahresschwerpunktaktion in der Volksschule Arzl geplant. Die Küchenschellensamen wurden den Kindern zur Keimung und Überwinterung überlassen. Am 3.12. halte ich einen Vortrag in der Volksschule, um die Lehrerinnen mit Hintergrundwissen zu versorgen.

2008

Zu Beginn des Jahres trat Herr Dr. Michael Forcher an mich heran, ihm neues Bildmaterial für das Kapitel Klima und Natur seines Innsbruck-Buches zur Verfügung zu stellen. Gerne kam ich dieser Bitte nach. Zwei Bilder der Küchenschelle zieren nun dieses Buch. Im Gegenzug wurde das Bemühen um den Erhalt dieser Art auch textlich erwähnt.

Schwerpunkt war heuer aber das Schulprojekt der Volksschule Arzl. Neben den Überwinterungsversuchen der Küchenschelle durch die Schulkinder (zum Teil wurde den Küchenschellen Geschichten vorgelesen, um sie zum Wachsen zu bewegen) führte ich im Frühjahr zur Vollblüte klassenweise die gesamte Volksschule Arzl ins Naturschutzgebiet Arzl. Die Begeisterung, mit der die Lehrerinnen und Kinder bei der Sache waren, war auch für einen "Altgedienten" wie mich ansteckend.

Das Projekt fand im Juni seinen Abschluss. Nach dem Küchenschellensong zum Auftakt führten Schüler-"Guides" durch Schulgarten und -haus. Zudem wurden die im Zuge des Projektes erarbeiteten Küchenschellenschulmaterialien (Spiele) vorgestellt.

Aufgrund mangelnder Koordination zwischen Bau- und Schulamt der Stadt Innsbruck wurden drei Tage nach der Abschlussveranstaltung die inzwischen im Schulgarten ausgepflanzten Küchenschellen entfernt, weil sie für den Bau des Gerüstes im Weg waren. So übersiedelte ich die eine Woche zuvor geholten Pflanzrohre wieder in den Botanischen Garten. Eine solche erneute Umpflanzung wirft die ohnehin empfindlichen Küchenschellen in ihre Entwicklung zurück.

Eine weitere Schulveranstaltung fand mit einer Klasse des Oberstufengymnasiums Volders unter der Leitung von Günter (Mag. Haselwanter) statt. Bleibt zu hoffen, dass der eine oder die andere den vielbesprochenen Blick über den Tellerrand wagt.